Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Trennmittel-Typen?

Die verschiedenen Arten von Trennmitteln haben ihre jeweiligen Vorteile (V) und Nachteile (N). Nachfolgend ein kurzer Überblick nach Art des Trennmittels:

  • Lösemittelbasierte Trennmittel:
    • V: Lösemittelbasierte Trennmittel sind leicht aufzutragen und das Lösemittel unterstützt die Filmbildung. Die Verdampfungsgeschwindigkeit ist abhängig von der Lösemittel-Mischung und kann demzufolge angepasst werden. Ein Lösemittel als Trägermaterial erleichtert die Auflösung/Dispersion der aktiven Bestandteile des Trennmittels.
    • N: Gegenüber nicht-lösemittelbasierten Produkten höhere Gesundheitsbelastung durch VOCs, leichtere Entflammbarkeit und stärkere Umweltbelastung.
  • Wasserbasierte Trennmittel:
    • V: Wasserbasierte Trennmittel sind umweltschonend und nicht feuergefährlich. Zum Teil als Konzentrat verfügbar, sind sie verdünnbar und können auch dazu verwendet werden, Formwerkzeuge herunterzukühlen. Moderne, wasserbasierte Trennmittel haben eine äquivalente Leistung zu lösemittelbasierten Trennmitteln.
    • N: Zur Herstellung von wasserbasierten Trennmitteln ist eine komplexere Technologie erforderlich und die Bildung eines einwandfreien Trennfilms stellt eine größere Herausforderung dar. Sie sind weniger stabil und anfälliger gegen biologische Angriffe. Wasserbasierte Trennmittel haben langsamere Verdampfungsraten und sind unter Umständen für einige Formgebungsverfahren, die bei Raumtemperatur stattfinden oder kurze Zykluszeiten erfordern, nicht geeignet. Wasserrückstände auf der Form können in Form von eingeschlossenem Dampf die Leistung beeinflussen und eventuell sogar chemisch mit dem zu formenden Material reagieren. Letzteres ist insbesondere bei der Fertigung von Formteilen aus Polyurethan ein Problem.
  • Trägerfreie Trennmittel:
    • V: Trägerfreie Trennmittel verursachen keine Emissionen, können geräuscharm aufgetragen werden, müssen nicht verdünnt werden, benötigen keine Tanklagerung und verursachen keine Abfallstoffe.
    • N: Bei unsachgemäßer Anwendung ist Staubbildung möglich und ihre Applikation erfordert spezielles Equipment, zum Beispiel elektrostatische Sprühpistolen, die häufig eine teure Investition darstellen. Außerdem kann die Anwendung von trägerfreien Trennmitteln zusätzliche Modifikationen am Formgebungs-Equipment erfordern, um für einen thermischen Ausgleich der Form zu sorgen. Diese Faktoren grenzen die Anwendung von trägerfreien Trennmitteln stark ein.
  • „Auflösende“-Trennmittel:
    • V: Diese Art von Trennmitteln ist leicht anzuwenden, benötigt wenig Technik bei der Applikation und bietet eine höhere Fehlertoleranz.
    • N: Zu großzügige Anwendung führt zu Ablagerungen in der Form. Im Allgemeinen werden Trennmittel dieser Art zum Teil auf das Formteil übertragen, was negative Effekte für eventuelle Weiterverarbeitungsschritte (Lackieren, Verkleben etc.) haben kann, da die Inhaltsstoffe des Trennmittels eventuell nicht kompatibel mit den kommenden Prozessschritten sind. Wasserbasierte Trennmittel dieser Art können die Form abkühlen, was Hitze und Energie aus dem System ableitet.
  • Semi-Permanente Trennmittel:
    • V: Semi-permanente Trennmittel müssen deutlich seltener appliziert werden und sind dafür vorgesehen, vielfache Entformungen zu überdauern. Die Anwendung von semi-permanenten Trennmitteln ermöglicht eine gleichmäßige und kontinuierliche Produktion. Es gibt nur wenig Übertrag von Trennmittel auf das Formteil, was die nachträgliche Weiterverarbeitung der Formteile (Beschichten, Verkleben etc.) erleichtert. Trennmittel dieser Kategorie bieten eine hervorragende Kombination von chemischen und physischen Barrieren zwischen Form und Formteil, minimieren Ablagerungen und bieten hervorragende Entformungseigenschaften.
    • N: Die Applikation erfordert geschulte Anwender, da eine regelmäßige Auffrischung erforderlich ist, um eine optimale Fertigung zu gewährleisten. Die Formen müssen sauber sein, um eine gute Interaktion von Trennmittel und Formoberfläche zu ermöglichen.
  • Interne Formtrennmittel:
    • V: Interne Trennmittel reduzieren den Verbrauch von externen Formtrennmitteln.
    • N: Interne Formtrennmittel gelangen während der Formgebung an die Oberfläche und können sich störend auf nachträgliche Weiterverarbeitungsverfahren (Beschichten, Verkleben etc.) auswirken oder das Erscheinungsbild der Formteil-Oberfläche negativ beeinflussen. Häufig ist der zusätzliche Einsatz von externen Trennmitteln erforderlich, da interne Formtrennmittel nicht immer an die Formoberfläche migrieren oder für eine effiziente Entformung ausreichen. Interne Formtrennmittel sind in ihrer Leistung begrenzt und bieten nicht die Funktion hochleistungsfähiger Trennmittel, wie sie zum Beispiel für die Ausbildung bestimmter Oberflächenmerkmale erforderlich ist.