Welche technischen Trends bei den gefertigten Teilen beeinflussen die verschiedenen Arten von Trennmitteln?

Die Industrie nutzt neue und moderne Materialien, um Formteile mit besserer Leistung unter zunehmend anspruchsvollen Einsatzkonditionen herzustellen. Diese modernen Materialien sind nicht immer leicht zu entformen. Ein illustratives Beispiel stammt aus der Automobil-Produktion, wo geformte Antriebskomponenten chemischen und physikalischen Herausforderungen ausgesetzt sind und aggressiveren Betriebsbedingungen standhalten müssen. Die neu entwickelten, widerstandsfähigeren Materialien, beispielsweise Fluoro-Polymer basierende Verbindungen, müssen aufgrund ihrer höheren Stückkosten bei hohen Produktionsraten und mit minimalen Ausschussraten gefertigt werden. Neu entwickelte Materialien stellen regelmäßig neue Anforderungen an die Entwicklung geeigneter Trennmittel.

Auch der Anspruch an das Erscheinungsbild von Formteilen wird höher und in vielen Fällen sollen diese nach ihrer Entformung nur minimale Nachbearbeitung benötigen. Sichtbare Automobil-Komponenten wie Lenkräder oder Armaturenbretter erfordern gleich nach der Entformung eine gute Oberflächenbeschaffenheit hinsichtlich Textur, Glanzgrad und Kratzresistenz.

In den letzten Jahren erfuhr die Aluminiumverarbeitung im Hochdruck-Guss eine Steigerung der Formkomplexität, gleichzeitig werden zunehmend Semi-Solid- und Squeeze-Guss-Verfahren eingesetzt. Dazu kommt eine Reduktion der Zykluszeiten und ein weiterer Anstieg der Formwerkzeug-Temperaturen. Diese Faktoren erfordern verbesserte Eigenschaften des Trennmittels zur Verhinderung des Festklebens von Metall sowie bessere Entformungs- und Schmiereigenschaften, um hochqualitative Teile unter anspruchsvolleren Bedingungen zu produzieren. Dies muss erreicht werden, ohne dass bei den anderen Leistungsattributen des Trennmittels Abstriche gemacht müssen.

Der Bau komplexerer und anspruchsvollerer Formwerkzeuge nimmt auch in anderen Branchen zu, zum Beispiel bei der Herstellung von Niederquerschnittsreifen in der Reifenindustrie. Diese stellen hinsichtlich Entformbarkeit und Gummifluss höhere Ansprüche an das Trennmittel. Dabei muss ein sehr gutes Erscheinungsbild der Reifen nach der Entformung gewährleistet sein.

Ein weiterer Aspekt bei der Herstellung von Formteilen ist die Nutzung von Prozesshilfsmitteln, die nur geringe Mengen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) ausstoßen. Das ist das Ergebnis strengerer HSE-Regularien insbesondere in den Fällen, in denen Anwender direkt in das Verfahren involviert sind, zum Beispiel bei der Verarbeitung von Verbundwerkstoffen. Der Fokus bei der Entwicklung künftiger Trennmittel wird zunehmend darauf liegen, Umwelt- und Sicherheitsaspekte stärker zu berücksichtigen. Gleichzeitig sollen künftige Produkte in ihrer Leistung den gegenwärtig eingesetzten Produkten mindestens gleichkommen beziehungsweise diese übertreffen.