Wie weit ist die Entwicklung von lösemittelbasierten hin zu wasserbasierten Formtrennmitteln fortgeschritten?

Das ist in hohem Maße abhängig von der jeweiligen Branche und den angewendeten Prozessen. Einige Branchen tolerieren aufgrund aktueller HSE-Richtlinien (Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltaspekte) oder anderer gesetzlicher Auflagen keine lösemittelbasierten Produkte mehr. Die Branchen Druckguss, Reifenherstellung und die allgemeine Gummiformung nutzen heute vorrangig wasserbasierte Trennmittel. In der Polyurethan-Industrie werden sowohl wasserbasierte als auch lösemittelbasierte Trennmittel eingesetzt, Verarbeiter von Verbundwerkstoffen und Thermoplasten nutzen derzeit prozessbedingt vorrangig lösemittelbasierte Trennmittel.

Wasserbasierte Produkte sind heikler in der Applikation, d.h. die Ausbildung des Trennfilms stellt eine größere Herausforderung dar, und sie haben langsamere Verdampfungsraten als lösemittelbasierte Produkte, was durch Applikationsmethode, Prozessbedingungen und Luftfeuchtigkeit beeinflusst werden kann. Dazu neigen wasserbasierte Produkte dazu, während des Formgebungsprozesses chemische Reaktionen zwischen dem auf der Formoberfläche verbliebenen Wasser und dem zu verarbeitenden Material zu verursachen. So werden zum Beispiel bei der Verarbeitung von Polyurethan Urea-Nebenprodukte erzeugt. Zudem erfordern wasserbasierte Trennmittel eine aufwendigere Technologie, um die Stabilität der Emulsion und die Widerstandsfähigkeit gegen Bio-Aktivität sicherzustellen. Dies muss berücksichtigt werden, um den Gebrauch von wasserbasierten Trennmitteln für weitere Branchen zu ermöglichen.